Ostemarathon - Oldenburg und Bremen dominieren die große Tidenregatta auf der Oste

Einmal im Jahr gibt es eine besondere Perle auf dem Regattaplan der Langstreckenruder: Den legendären „Ostemarathon“ auch wenn der seit 2013 leicht tiefstapelnd offiziell „Traditionswochenende an der Oste“ heißt. Nötig, weil die offiziellen Auflagen für den Hemmoorer Ruderverein sonst nicht leistbar wären.

Ausgerichtet wird die Regatta von den Wasserfreunden Hemmoor – ein kleiner aber sehr rühriger Verein, der mit sehr viel Liebe und Engagement fast aller Vereinsmitglieder eine Regatta mit in diesem Jahr über 20 Booten und über 100 Ruderern und Ruderinnen stemmt.

Wir wollten am Samstag früh auf’s Wasser und daher (und vielleicht auch wegen des gemütlichen Beisammensein) reisten wir am Freitagnachmittag mit knapp 20 Ruderern und 5 Booten aus Oldenburg nach Hemmoor. Dort trafen wir dann die 6 Bremer mit denen wir uns zu Renngemeinschaften verabredet hatten. Die Zelte wurden aufgebaut, die Boote für die Regatta vorbereitet und danach am Grill und bei regionalen Spezialitäten reichlich Strategien für den folgenden Tag geplant.

Das ist auch nötig, denn der Ostemarathon ist nicht mit reiner Muskelkraft zu gewinnen, sondern auch Kenntnisse der Tide und der Steuerkünste müssen dazukommen.

Es gibt (üblicherweise) drei Teilzeitnahmen:

  1. Hemmoor => Ostesperrwerk
  2. Ostesperrwerk => Hemmoor und
  3. Hemmoor => Hechthausen => Hemmoor

Der Trick dabei ist es, die Tide selber abzuschätzen und für das Boot optimal zu nutzen. Also morgens mit dem besten ablaufenden Wasser heraus am Sperrwerk vorbei (Zeitnahme), dann eine Pause auf dem Osteriff, wieder zurück vom Sperrwerk (Zeitnahme) nach Hemmoor. Aber wann fährt man los und wie lange macht man Pause? Kann hier leider nicht verraten werden zwinkern

Der dritte Teil des Rennens ist genauso kniffelig: Diesmal wird nicht ausgestoppt – also will man mit dem auflaufendem Wasser hoch nach Hechthausen, wenn man da ist, hat gefälligst die Tide zu kippen und man läuft vom ablaufenden Wasser unterstützt mit Tempo zum Ziel. Aber wann kippt das Wasser in Hechthausen, kann man dem Tidenkalender trauen und wie lange braucht die Mannschaft bis dahin? Das muss man ja wissen, damit man den optimalen Startzeitpunkt festlegen kann.

Einfach ist das alles nicht, aber es macht einen Heidenspaß! Das Gute ist, man hat eine Ausrede, wenn es nicht funktioniert aber wenn es klappt, läuft das Boot mit bis zu 20 Stundenkilometern lächeln

Und es hat geklappt! Die Boote aus Oldenburg hatten einen wunderschönen Tag mit toller Landschaft, Seehunden auf den Sandbänken. Und wo kann man Temperaturen um die 38 Grad wohl besser aushalten als auf dem Osteriff in der Elbe? In diesem Jahr musste allerdings der dritte Teil des Rennens wegen der aufziehenden Hitzegewitter abgebrochen werden. Tribut an das schöne Wetter – Sicherheit geht vor!

Die 5 Oldenburger Boote waren aber vor allem auch sportlich sehr erfolgreich:

  • Die Hallermann (2xOldenburg: Gunda, Christian, 3x Bremen: Heike, Jens, Martin) gewann das mit 12 Booten (u.a. aus Berlin, Neuss, Roßlau, Hamburg) stark besetzte 4+ Feld in der Zeit von 2:44 für die 44 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 16 km/h. Das war aber ein ganz enges Rennen gegen die starke Konkurrenz aus dem eigenen Haus:
  • Die Quadriga (Sabine, Birgit, Claudia, Peter und Volker) kam mit 2:48  nur einen Wimpernschlag später ins Ziel und machte vor den Hamburgern den 2ten Platz.
  • Die Louis Braille mit („Ostefuchs“ Thilo, Arnaud, Christine, Annelies und Alexandra) lief in der ebenfalls sehr guten Zeit von 3:11 ins Ziel und auf den 6ten Platz.
  • Die Jade war das schnellste Frauenboot (Esther, Maike, Laureen, Martina und Bernadette) – leider gab es keine getrennte Wertung, denn diese „Mann“schaft hätte definitiv einen Pokal verdient gehabt.
  • Den gab es dann noch für die Lappan die mit einer Besatzung aus Bremen und Rostock (Frank, Elke, Alessandra und Anke) die drittschnellste Zeit für die C3+ hinlegte.

Am Sonntag führen wir dann noch mit 15 Ruderern und Ruderinnen (diesmal ohne Zeitdruck) zu Osteriff um dort noch einmal die Seehunde zu streicheln und das immer noch sehr gute Wetter zu genießen. Das brachte uns dann noch den Pokal für den Verein mit den meisten geruderten Kilometern ein – zu bestaunen bei Weinkes!

Christian

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  • Z_Ergebnisse_Ostemarathon_2015
Zeiten Ostemarathon 2015        
           Zeit auf dem
     
ORVO # Platzierung Start Ziel Osteriff Gesamtzeit Hinfahrt Rückfahrt
Lappan 15 3 / 4 08:53 14:45 02:13 03:39 01:51 01:48
LouisBraille 16 5 / 12 08:37 14:41 02:53 03:11 01:33 01:38
Jade 17 6 / 12* 08:33 14:42 02:50 03:19 01:40 01:39
Quadriga 18  2 / 12 08:39 14:37 03:10 02:48 01:24 01:24
Hallermann 33 1 /12 08:33 14:30 03:13 02:44 01:24 01:20
                 
    *) schnellster Frauen C4+