Rheinmarathon – „Tausche U19-Kader gegen rüstigen Rentner (71) aus Köln“

Das war schon etwas verkürzt aber doch das Motto der diesjährigen Oldenburger Teilnahme am Rheinmarathon. Etwas verkürzt ist das schon, den Svenja ist inzwischen nicht mehr U19, Ihr Rudern ist aber bestimmt nicht schlechter geworden. Und der „rüstige Rentner“ ist nicht irgendein Rentner, sondern der mehrfache Genfer-See-Ruderer Werner Gast vom KCfW (Kölner Club für Wassersport).

Nachdem das Boot in der Besatzung Sven Seidensticker, Gunda Oest, Christian Morische, Ann Kathrin und Svenja Bredenförder beim Rheinmarathon 2018 einen beachtlichen zweiten Platz in der offenen Mixed Wertung errudert hatte, sollte dieses Jahr mit verbesserter Startegie und geänderten Ernährungskonzept neu angegriffen werden.

Dann kam es allerdings anders: Svenja wurde durch eine hartnäckige Erkältung ausgebremst. Da auf Svenja aber immer Verlass ist, kämpfte Sie dagegen an und wäre auf jeden Fall gestartet. Auf der Anfahrt zur Regatta entschieden wir dann aber gemeinsam „Gesundheit geht vor“!

Aber woher jetzt (wir waren mit dem Bootstransport inzwischen schon hinter Münster) einen Ersatz bekommen? Und wer kann Svenja überhaupt ersetzten?

Auf die Fragen gab es nur zwei Antworten: „Niemand“ und „Dann müssen wir das eben anders machen“

So wurde auf der Fahrt fleißig telefoniert und Gott sei Dank hatte Werner am Samstag nichts besseres vor, als bei uns ins Boot zu steigen. OK, schnell zugesagt und gefreut – denn Werner kennen wir von diversen Langstreckenregatten sehr gut und wissen, dass er sehr gut rudert und ungeheuer ehrgeizig ist. Beides tolle Eigenschaften und was sagt dann schon das Alter im Personalausweis?

Na ja, für die Regattaleitung war das dann doch ein Unterschied: Ihnen fiel auf, dass Werner eben keine Frau ist und auch, dass es da im Alter „kleinere Differenzen“ gab 😉

Irgendwie waren wir jetzt tatsächlich kein Mixed-Boot mehr. Da Gunda und Anka sich das Steuern teilen wollten, haten wird an den Skulls zur Zeit immer nur eine Frau. Aber das Durchschnittsalter der Ruderer war von 39 auf 49 gestiegen. Gerne wären wir daher als Skull-Männer-Masters-D (MDA43) gefahren aber der Veranstalter entschied „Offene Klasse – Skull Männer“.

Egal. Es erwartete uns eine tolle Veranstaltung:

Das ist ein Wellenbrecher 😉

Allein vor dem Start sehr beeindruckend wenn man 170 Boote sieht. Beindruckend auch die Organisation von Germania Düsseldorf (Danke an Werner Höck und sein Team!) – es gehen die Boote wirklich im Abstand von 90 Sekunden aufs Wasser. Und das, obwohl der Steg in Leverkusen wirklich nicht einfach ist.

Beim Start hatten wir die alte Wassergehzeit und Startnummer behalten. Das hieß hinter uns startete die offene Mixed-Klasse und dann das Offen-Offen-Feld, die um den Gesamtsieg fahren würden.

Direkt hinter uns gingen die Boote von Jonischkeit (Leverkusen)  und Christian Klandt (Bonner RV) zu Wasser. Die Boote, die regelmäßig den Genfer See dominieren – aber egal, dass würde und höchstens schnell machen. In dem Bonner Boot rudert übrigens Mika Gast – der Sohn von Werner Gast.

Und so ging es dann in vollem Galopp auf die Reise. 43km mit Strömung sind ja eher „Kurzstrecke“ – da heißt es von Anfang an Vollgas geben. Also 30er Schlag und möglichst nicht nachlassen! Das Boot fand erstaunlich schnell zusammen und auch die hohe Schlagzahl (im Schnitt dann doch bei 28) passte gut.

Auf der gesamten Strecke konnten wir viele Boote überholen, nur eins (161 – schnellstes Mixed-Boot mit 2:13) mussten wir vorbei lassen, aber das waren nicht die Bonner und auch nicht die Leverkusener 😉

Nach 2:11:44 kam das Siegerboot ins Ziel und stellte damit die Vorjahreszeit fast ein  (2018: 2:11:12). Glückwunsch an die Manschaft Michael Ehrle, Markus Müller, Henning Osthoff und Stefan Verhoevenmit der Steuerfrau Laura Zabawa!

Mit 2:24 für knapp 43 km waren wir dann sehr zufrieden – das war trotz Steuerfrauwechsel tatsächlich noch mal 4 Minuten schneller als im Vorjahr. Und die Gesamtplatz 26 von 169 war ebenfalls nochmals besser als 2018. Da waren wir zwar zweitschnellstes Mixed aber Gesamt 32 von 170. Man muss sich nur die richtige Statistik suchen 😉

In der offenen Skull-Männer-Wertung war das dann der 8te Platz und in unserer Wunsch-Klasse (Männer-Masters-C) wäre dass dann der 3te gewesen – aber was ist das schon gegen einen schönen Tag auf dem Rhein und den vielen tollen Gesprächen. Der Rheinmarathon ist schon eine besonders große Veranstaltung von engagierten Ruderern. Nächtes Jahr fahren wir dann wieder Mixed offen und dann auch mit mehr als einem Oldenburger Boot!

Regattaergebnisse 2019 (und 2018)
Fotos: Detlev Seyb. Alle Fotos vom Veranstalter
Bericht: Christian Morische

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